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Markt und Wettbewerb

Konjunkturbarometer Großhandel – Juni 2026

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Boris Behringer

Hauptgeschäftsführer
Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt)

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Großhandel weiter ohne Wachstum: Reale Umsätze sinken erneut – Reformen für den Standort werden immer dringlicher.

Nach einem schwachen ersten Quartal 2026 ist auch der April hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Zwar lagen die Großhandelsumsätze nominal um 3,0 Prozent über dem Vorjahresmonat, real verzeichnete die Branche jedoch ein Minus von 1,6 Prozent. Damit kehrt der Großhandel nach dem vor allem auf vorgezogenen Bestellungen basierenden Umsatzanstieg im März wieder auf den negativen Wachstumspfad vom Februar zurück.

Die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten schlagen sich inzwischen deutlich in den Geschäftsbüchern des Großhandels nieder. Lieferengpässe und steigende Transportkosten belasten die Unternehmen zunehmend. Gleichzeitig bleiben wirksame Entlastungen bei Steuern, Abgaben, Bürokratie und Kosten aus. Aus Sicht von grosshandel-bw steht der Großhandel damit weiterhin unter erheblichem Wettbewerbsdruck.

Im Produktionsverbindungshandel zeigt sich erneut eine deutliche Diskrepanz zwischen nominaler und realer Entwicklung. Während die Umsätze nominal um 8,8 Prozent zulegten, stagnierten sie real. Besonders prägend war der sonstige Großhandel, zu dem unter anderem der Handel mit Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen zählt. Trotz eines nominalen Umsatzplus von 12,4 Prozent wurden real 3,0 Prozent weniger Waren verkauft. Ähnlich entwickelte sich der Großhandel mit Maschinen und Ausrüstungen: Nominal stiegen die Umsätze um 1,8 Prozent, real lagen sie jedoch 0,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Eine positive Ausnahme bildet der Großhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik, der sowohl nominal um 11,2 Prozent als auch real um 6,6 Prozent zulegen konnte.

Noch schwächer entwickelte sich der Konsumgütergroßhandel. Die Umsätze lagen im April nominal um 3,1 Prozent und real um 3,5 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Großhandel mit Lebensmitteln und Getränken aus. Hier gingen die Umsätze nominal um 6,0 Prozent und real um 6,2 Prozent zurück. Damit setzt sich der negative Trend seit Jahresbeginn nicht nur fort, sondern verschärft sich weiter. Aus Sicht von grosshandel-bw sind die wesentlichen Ursachen die über alle Wirtschaftsstufen hinweg steigenden Preise sowie das anhaltend schwache Konsumklima infolge der schwierigen wirtschaftlichen Lage.

Wachstumsbeiträge zum Produktionspotenzial

Quelle: Wachstumsgrundlagen erneuern, Sicherheit nachhaltig stärken; Studie im Auftrag des GA, Juni 2026

Die Grafik des Monats macht deutlich, dass die aktuellen konjunkturellen Belastungen auf strukturelle Herausforderungen treffen. Das Produktionspotenzial Deutschlands stagniert ohne Gegensteuern langfristig auf einem Niveau von unter einem Prozent. Um wieder ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent zu erreichen, reicht eine Ausweitung des Arbeitsvolumens allein nicht aus. Entscheidend sind vielmehr Investitionen in Innovation, Produktivität und technologischen Fortschritt.

Für grosshandel-bw zeigt die Entwicklung, dass kurzfristige konjunkturelle Ausschläge die grundlegenden Standortprobleme nicht überdecken können. Notwendig sind wirtschaftspolitische Reformen, die Investitionen und Innovationen stärken sowie Unternehmen bei Steuern, Abgaben, Bürokratie und Kosten spürbar entlasten. Nur mit besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum in Deutschland wieder gestärkt werden.

Das ausführliche Konjunkturbarometer Juni 2026 kann nachfolgend nach Login oder im Downloadbereich unter dem Thema Markt & Wettbewerb/Zahlen & Statistik/Konjunktur heruntergeladen werden.

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