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Aussenwirtschaft

Der Preis des Öls

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Simone Diebold

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Iran und Ölpreis

Der Irankrieg erhöht die Preise für fossile Brennstoffe. Das hat Folgen für die Wirtschaft weltweit. Deutschland ist davon nicht ausgenommen, es drohen Schäden in zweistelliger Milliardenhöhe.

Im internationalen Schiffsverkehr gibt es trotz der großen Weiten der Meere das eine oder andere Nadelöhr. Der Panamakanal ist eines, der Suez-Kanal ein anderes. In die Liste gehört auch die Straße von Hormus zwischen dem Oman und dem Iran. Sie ist Teil einer der wichtigsten Seerouten für den Transport von Rohöl.

Nach dem israelisch-amerikanischen Angriff auf den Iran stauen sich derzeit die Ölfrachter vor dieser Meerenge. Der Ölpreis stieg infolgedessen zuletzt deutlich. Die Angriffe des Irans auf andere Öl produzierende Staaten in der Golfregion haben zusätzlichen Preisdruck erzeugt. Das wirkt sich auch auf die deutsche Wirtschaft aus, denn die Bundesrepublik ist für etwa 2 Prozent des weltweiten Erdölverbrauchs verantwortlich.

Das IW hat die wirtschaftlichen Folgen eines höheren Ölpreises simuliert: Bei einem Preis von 100 Dollar je Barrel Rohöl wäre das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr um 0,3 Prozent geringer, 2027 würde das Minus 0,6 Prozent betragen.

Der gesamtwirtschaftliche Verlust in 2026 und 2027 würde sich auf etwa 40 Milliarden Euro aufsummieren. Sollte der Preis für Rohöl zeitnah auf 150 Dollar je Barrel steigen und dort verharren, würden sich die Verluste in den beiden Jahren entsprechend auf mehr als 80 Milliarden Euro verdoppeln.

Auch für die Konsumenten in Deutschland hätte ein dauerhaft hoher Ölpreis negative Konsequenzen: Die Verbraucherpreise wären bei einem Ölpreis von 100 Dollar je Barrel in diesem Jahr um 0,8 Prozent höher, im kommenden Jahr sogar um 1 Prozent. Etwa doppelt so hoch wäre der Anstieg der Verbraucherpreise bei einem Preis von 150 Dollar je Barrel Rohöl.

Darüber hinaus sind auch indirekte Effekte zu bedenken: So ist die Golfregion ein wichtiger Lieferant für Flüssiggas. Ein deutlicher Anstieg der Weltmarktpreise für LNG würde Deutschland das Füllen seiner nach dem Winter recht leeren Speicher erschweren.

Außerdem wirkt sich der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran auf globale Lieferketten und damit auf den weltweiten Handel aus. Deutschland als exportorientierte und handelsoffene Nation würde in besonderem Maße von dauerhaften Spannungen in der Golfregion getroffen.

QUELLE: iwd – Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft

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